Mein Held

 

Samstag 5.5.2018 – Wenn etwas schief gehen kann, ist heute auch fast alles schief gegangen.

Es fing schon an, dass am Freitag ein Darsteller für Sonntag „rechtzeitig“, wie er meinte, absagte. Von zwei Transportern stand keiner mehr zur Verfügung. Unser Motorradfahrer sagte den Dreh für 8 Uhr ab, er könne erst zwischen 13:00 und 14:00 Uhr.

So starteten wir am Samstagmorgen. Nach dem um 8:30 Uhr von 12 erwarteten Komparsen aus dem Citysportstudio keiner erschienen ist, mussten wir sehr stark umdisponieren. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Patrick und Nico haben wir dann noch einige Komparsen ans Set bekommen und wir konnten um 10:00 Uhr mit dem Dreh beginnen. Um 12 Uhr waren wir wieder erwarten mit dem Innendreh fertig und wir konnten zur Kantstraße fahren, wo um 13 Uhr der Außendreh starten sollte. Der Motorradfahrer wollte ja zwischen Eins und Zwei da sein, so konnten wir schon mit Einstellungen anfangen, in denen er nicht vorkam. Patricks Bruder erschien als Zuschauer am Set und konnte gar nicht so schnell schauen, wir er als Darsteller mit eingebunden wurde. Die drei mit dem Aufgabe zu kämpfen legten sich richtig ins Zeug. Es wurde Drei, es wurde Vier Uhr. Der Motorradfahrer kam nicht, meldete sich nicht von sich aus und ging auch nicht ans Telefon. So mussten wir notgedrungen den Dreh abbrechen. Mal schauen wann und wie wir das nachdrehen können.

Brutto Drehergebnis: 24 Minuten Film

6.5.2018 – Heute ist das Drehteam zu Gast bei der Firma Diamond Clever in Remscheid. Die Firma hat uns netterweise ihren Konferenzraum für den Dreh überlassen. Ein super Kontrast. Der Konferenzraum ganz in Weiß, die Bösen Männer in Schwarz. Dominik und Wolfgang hatten es recht einfach, sie mussten als Komparsen nur da sitzen und den Anweisungen des Chefs zu folgen. Der Böser Nr. 1 (gespielt von mir, die Rolle musste ich mir gönnen) gibt im Laufe der Handlung der Nr. 2 (gespielt von Phelan A. Davion) den Befehl, die Nr. 4 (gespielt von Patrick Townsend) zu töten.

Andreas Klüpfel als Böser Nummer Eins

Dabei spielten die beiden so gut, dass ich es manchmal mit der Angst bekam, hoffentlich passiert jetzt nichts. Patrick lief schon rot im Gesicht an und ich wäre mit der Aufnahme schon zufrieden gewesen, während er nur meinte: „Manchen wir nochmal“. Jessica Layh unterstützte uns mit dem Makeup,. Werner, Niko und Manfred kümmerten sich wieder um Ton, Kamera und Klappe. Bei diesem Dreh machte das Filmemachen wieder richtig Spaß und alle waren mit Herzblut bei der Sache. Zur letzten Einstellung in einem Büro kam noch Fenja Gerhardter ans Set und dann konnte das ganze Team sich auf den Weg zum Rasspe-Gelände machen.

Dort angekommen wurden zur Pause erstmal im Team Brötchen geschmiert. Währenddessen warteten wir auf Patrick und Marlon Mayenborn, der mit seiner Drohne paar zusätzliche Aufnahmen machen sollte. Danach ging es zur Location Besichtigung bis Patrick Mothes alias Tom eintraf und mit Phelan die Stuntchoreographie einüben konnte. Dabei stellte sich heraus, das Dominik auch Kampfsportler ist und sich bei der Choreographie mit seinem Wissen gut mit einbringen konnte. Die drei Jungs haben Stunts hingelegt, da wurde mir Angst und Bange. Man darf schließlich nicht vergessen, dass zumindest Dominik und Patrick keine ausgebildeten Stuntleute sind. Sie mussten alles selber machen. Und dann waren die Kämpfer nie mit ihrem Ergebnis zu frieden. „Nochmal, noch ein Take, das geht besser.“ Geprügelt und gekämpft wurde, bis das Blut spritze. Natürlich nur Makeup. Aber immerhin. Und Fenja schrie in Verzweifelung um ihren Helden. Wenn ich das hier mal so sagen darf: der Regisseur oder Castingagent, der Phelan A. Davion und Fenja Gerhardter nicht unter Vertrag nimmt, ist selber Schuld wenn sein Film ein Flop wird.

So schlimm der Samstag startete, war der Sonntag die Belohnung für jede Mühe.

Brutto Drehergebnis: 79 Takes mit 33:05 Minuten, ohne die Aufnahmen mit der GoPro und von der Drohne

12.5.2018 – Ein ganzer Drehtag auf dem Gelände der ehemaligen Firma Rasspe

Sonniges Wetter begleitete uns den ganzen Tag und gab uns tolles Licht zum drehen. An einigen Stellen hatte ich schon Probleme mit dem Licht, vom dunklen Schatten in die helle Sonne zu schwenken. Um 11 Uhr sollte die Szene mit vielen Motorradfahrer gedreht werden. Dazu kam extra ein Reporter vom Solinger Tageblatt, um darüber zu berichten. Jan Müller hatte mir zugesagt, mit über 50 Motorradfahrern aus seinem Motorradclub zu kommen. Dazu ein paar Freiwillige über Facebook. Um es kurz zu machen – es kam nicht einer. Ich hatte extra für das Catering eingekauft und so blieben 160 Brötchen ungegessen.

Mit Patrick, Justin und Dominik als Darsteller und Werner und Manfred als Crew, zogen wir über das Gelände und machten einen Shot nach dem anderen. Es war weit nach 17 Uhr, als die letzte Klappe fiel.

Brutto Drehergebnis: 67 Takes mit 22:45 Minuten, ohne die Aufnahmen der GoPro